Ära geht zu Ende
07.01.2010AWO übergibt ein gut bestelltes Feld an den Sprotte-Verein
Mit der schon fast sprichwörtlichen Rückgabe der Schlüssel für das Stadtteilhaus von Geschäftsführer Jürgen Lisitzky an BauBeCon- Mitarbeiterin Irene Althaus geht in der Lehmwandlung eine Ära zu Ende- nach 10 erfolgreichen Jahren beendet die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ihr Engagement in der Lehmwandlung.
© Barbara WeissenbornVieles hat sich verändert, seit der rührige Wohlfahrtsverband 1999 die Jugend- und Gemeinwesenarbeit vom Diakonischen Werk im Pavillon an der Kopernikusstraße übernommen hat. Nicht nur der Pavillon, jahrelanges Markenzeichen für engagierte Sozialarbeit ist seither verschwunden, auch das Zusammenleben der verschiedenen Menschen im Gebiet der Sozialen Stadt Lehmwandlung hat ein anderes Gesicht bekommen. Mit Beratungs-, Bildungs- und Freizeitangeboten für jeden Bedarf und die verschiedensten Bevölkerungsgruppen ist es der AWO gelungen, die Integration zu fördern und die Lebensqualität in Nienburgs einstigem Sozialen Brennpunkt entscheidend zu verbessern und gleichzeitig lokale Gruppen und Vereine in ihren Bemühungen um lokale Strukturen zu unterstützen.
© Barbara WeissenbornIn der Novembersitzung des Stadtteilforums hatte sich Soziale Stadt Projektleiter Volker Dubberke bereits bei AWO- Geschäftsführer Lisitzky, Projektleiterin Sandra Wöhle und den Mitarbeitern für die lange und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Stadt Nienburg bedankt. Sandra Wöhle hatte ihre Aufgaben vor zwei Jahren von Carmen Prummer übernommen und seitdem vor allem in der Jugendarbeit und bei der Umsetzung der Freizeitfläche wesentliche Ergebnisse erzielt, die richtungweisend für die zukünftige Arbeit im Viertel sein können. Besondere Aufmerksamkeit hatte die AWO in den vergangenen Jahren auf die Unterstützung von Kindern gelegt. Mit Hausaufgabenhilfe und zielgerichteten Freizeitangeboten wurden vor allem Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund in ihren Bildungsbemühungen unterstützt und gefördert und Jugendliche auf ihrem Weg von der Schule in eine Berufsausbildung begleitet und zu sinnvoller Freizeitgestaltung angeleitet.
Ab Januar übernimmt nun der Sprotte- Verein zahlreiche Aufgaben im Bereich der Gemeinwesenarbeit. Mit Beschluss des Verwaltungsausschusses der Stadt werden dem Verein Mittel zur Umsetzung eines neuen Konzeptes in die Hand gegeben, das der Verein gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern CJD und TKW umsetzen möchte. Dabei sollen vor allem zu Beginn des Jahres die bewährten Strukturen der Arbeiterwohlfahrt beibehalten werden. Die Hausaufgabenhilfe bleibt zunächst in den Räumen des Stadtteilhauses und auch die Ehrenamtlichen zur Unterstützung der Kinder bleiben dieselben. „Lediglich die hauptamtlichen Mitarbeiter wechseln und führen gemeinsam mit den erfahrenen Hausaufgabenhelfern das Projekt weiter fort", erklärt Casemanagerin Britta Kreuzer, die im Projekt Lebensbasis Bildung für die Fortentwicklung des Konzeptes der Hausaufgabenhilfe verantwortlich zeichnet. „Erst nach den Sommerferien 2010 werden wir, um die Kinder nicht zu verunsichern und ihre Lernerfolge nicht zu gefährden die Strukturen der Hausaufgabenhilfe an die Bedürfnisse anpassen".
Wesentliche größere Veränderungen kommen auf die Jugendlichen zu. Nach dem Beschluss durch die politischen Gremien wird nach einer Zeit des Überganges die Jugendarbeit stärker an die offene Arbeit der Jugendhäuser und die Schulsozialarbeit angepasst. Was das im Einzelnen bedeutet, soll in ersten Gesprächen mit Verwaltung und Vertretern der verschiedenen Einrichtungen im Januar geklärt werden. „Trotzdem wird es natürlich zahlreiche Angebote für Jugendliche in der Lehmwandlung geben", verspricht Sprotte-Vorstandsfrau Barbara Weissenborn. Vor allem im Bereich Projektarbeit und Sport, aber auch mit Beratungs- und Bildungsunterstützung sollen die Jugendlichen in das Konzept eingebunden werden. Schließlich gilt es, auch die Freizeitfläche und deren Möglichkeiten weiterzuentwickeln und auszubauen. „Wir übernehmen in der Lehmwandlung ein gut bestelltes Feld von der Arbeiterwohlfahrt und werden uns bemühen, ebenso erfolgreich weiterzuarbeiten".
Informationen rund um die neuen Angebote gibt es im Sprotte, auch telefonisch unter 605602 und auf der Terminseite der Stadtteilzeitung.
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