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"Susanna Abraham - Kauffrau und Stifterin der Synagoge"

läuft bis zum So, 25.11.2012

Rubrik:
Ausstellungen, auch gewerblich

Veranstaltungsort:
Museum Fresenhof Nienburg Standort anzeigen

Veranstalter:
Stadt Nienburg, Stadt- und Kreisarchiv, Gleichstellungsbeauftragte
Marktplatz 1
31582 Nienburg

Telefon: 05021 87361
E-Mail:

Beschreibung:

Das Leben Susanna Abrahams vermittelt Einsichten in weibliche jüdische Existenz des 18./19. Jahrhunderts. Obwohl sie als Frau und Jüdin in ihren Spielräumen doppelt eingeschränkt war, zeugt ihr selbstbewusstes Handeln, ihre tatkräftige und couragierte Art, ihr ökonomischer Erfolg, ihre Durchsetzungskraft, ihre Weitsicht und ihre Individualität von der außergewöhnlichen Stellung, die sie im Gemeinwesen inne hatte und von dem hohen Grad an Emanzipation – ihrer Zeit weit voraus. Sie trat Schikanen der christlichen Kaufleute vehement entgegen, machte Eingaben beim Magistrat der Stadt, unterhielt Geschäftsbeziehungen bis nach Hamburg und besetzte auch im christlichen Umfeld einen gewissen sozialen Status. Wenige weibliche Persönlichkeiten der Stadtgeschichte sind so gut in den Quellen dokumentiert wie sie. Sie steht für einen weiblichen Modernisierungsweg selbstbestimmten Lebens. Mit der Person Susanna Abraham lässt sich die Situation einer Schutzjüdin auf dem Lande am Ende der frühen Neuzeit und Beginn der Moderne beispielhaft beleuchten. Denn die weibliche Seite des Landjudentums ist mangels gut dokumentierter Lebensläufe wenig berücksichtigt. Die Verdienste und die Bedeutung der Kauffrau Susanna Abraham sollen nachhaltig verankert werden. Mit ihrem Testament hat sie für die beiden einzigen jüdisch-gemeindlichen Gebäude in Nienburg gesorgt: die Nienburger Synagoge und die jüdische Schule. Die ehemalige jüdische Schule steht noch, die Synagoge wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört. Susanna Abraham soll selbstverständlicher Bestandteil der Stadtgeschichte werden, um damit auch die christlich-jüdische Tradition Nienburgs zu vergegenwärtigen. Ihr Geschäft konnte sie nicht an die nächste Generation weiter geben. Um ihr Andenken trotzdem zu wahren, verfuhr Susanna Abraham taktisch sehr geschickt. Sie bestimmte ihr Wohnhaus zur Synagoge, zur res sacra, und verhinderte damit, dass ihr Haus nach ihrem Tod in christlichen Besitz überging.


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